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Spielberichte Landesliga West

1. Runde  /  09.11.2025  /   BW Neukloster - BW Grevesmühlen 4,0:4,0

Wie jedes Jahr ist der erste Spieltag eine Wundertüte. Wo steht man als Team, wie stark ist man wirklich? So kam der Vergleich gegen die von der DWZ-Zahl stärker einzuschätzenden Gäste als echter Prüfstein gerade recht. Beide Mannschaften konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Während bei uns Henrik beruflich bedingt fehlte, war es bei unseren Gästen Brett 8, an dem sie einen Jugendspieler eingesetzt hatten. Es begann mit einem Sieg für uns an Brett 4. Enrico konnte seinen 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner schön unter Druck setzen und gewann die Partie-1:0. Es folgten Unentschieden an Brett 8 und 7. Weder Christian noch Werner konnten ihre Partien trotz DWZ-Vorteil zum Erfolg führen-2:1. Dann folgte der Ausgleich von Grevesmühlen, Andy Böhme an Brett 1 erspielte sich starken Druck und kam in ein gewonnenes Turmendspiel-2:2. Lorenz brachte uns wieder nach vorne-3:2. Anschließend remisierte Frank in nicht gerade besserer Stellung-3,5:2,5. Grevesmühlen gelang der erneute Ausgleich, diesmal an Brett 5. Siegfried hatte in einem Schwerfigurenendspiel einen Bauern weniger und unterlag schließlich-3,5:3,5. So musste die Partie an Brett 3 über den Ausgang des Mannschaftskampfes entscheiden. In einem Endspiel Läufer/Springer gegen Turm und drei Mehrbauern gelang es Arne, seinen Randbauern Richtung Dame zu führen, so dass Weiß den Turm hätte geben müssen. Da Arne aber dann die drei verbundenen Freibauern gegen seine beiden Leichtfiguren sah, bot er Remis, was sein Kontrahent annahm. So trennten sich die beiden Teams leistungsgerecht Unentschieden 4:4. Ein Ergebnis, dass aber keiner der beiden Mannschaften wirklich nützt.

2. Runde  /  23.11.2025  /   BW Parchim - BW Neukloster 6,5:1,5

Natürlich war Parchim nominell besser besetzt als unsere Erste. Aber so schlimm hätte es dann doch nicht kommen brauchen. Es begann mit einem Remis von Werner an Brett 8. Henrik an Brett 4 hatte gegen Silvio Niemann einen Mehrbauern erspielt, aber sein Gegner verteidigte geschickt und da kein Gewinnweg erkennbar war, einigten sich beide auch auf Remis. Als Nächster war Enrico fertig, und das im doppelten Sinne. Bereits besser stehend lief er in ein unnötiges Grundreihenmatt und wir lagen zum ersten Mal hinten. Arne remisierte, sein Gegner hatte alle aufgebauten Fallen gesehen und so teilte man sich auch an Brett 3 die Punkte. Es stand zu diesem Zeitpunkt 1,5:2,5 gegen uns, aber mit guten Optionen an den anderen Brettern. Aber dann kam es zu einem vollständigen Zusammenbruch. Lorenz hatte einen Zwischenzug seiner Gegnerin übersehen, der ihn die Dame gegen zwei Läufer kostete. Das war auf die Dauer nicht zu halten. Sebastian stand an Brett 1 ebenfalls gar nicht schlecht, doch mehrfache Zeitnot ließ ihn nicht immer die besten Züge finden und so unterlag er seinem erfahrenen Gegner noch. Siegfried hatte eine ganze Figur mehr, aber trotz warnender Hinweise seiner Mannschaftskollegen verlor er am Ende auf Zeit. Und als letztes unterlag auch noch Frank. Er hatte bereits einen Mehrbauern, sein Kontrahent konnte aber einen interessanten Gegenangriff aufbauen, den auch ein Qualitätsopfer nicht mehr abwehren konnte. So gab es eine richtige Klatsche, obwohl wir zwischenzeitlich sogar besser gestanden hatten.

3. Runde  /  07.12.2025  /   BW Neukloster - GW Wismar II 4,5:3,5

Wenn zwei absstiegsbedrohte Teams gegeneinander spielen, wird es häufig ein Kampf bis zum letzten Zug. Und genauso kam es auch diesmal. Beide Mannschaften waren nicht in Bestbesetzung. Aber so ging es den Wismarern genau wie uns. Diejenigen, auf die man sich vorbereitet hatte, saßen einem nicht gegenüber. Arne remisierte am schnellsten. Die Eröffnung hatten beide schon vor sechs Jahren fast genauso gegeneinander gespielt. Arne variierte im vierten Zug, aber das Ergebnis wurde trotzdem das gleiche wie vor sechs Jahren - 0,5:0,5. Ebenfalls Remis trennten sich dann Christian und Gerd Nölter. Christian hate mit seinem Kontrahenten in früheren Jahren schon schlechte Erfahrungen gemacht. So ließ er mit Schwarz in einem sicheren Sizilianer nichts anbrennen und beide einigten sich - 1:1. Es folgte ein Remis von Werner gegen Arndt Räßler. Frühzeitig hätte Werner einen Bauern gewinnen können. Aber er übersah dies und danach bot ihm sein erfahrener Gegner nichts mehr an - 1,5:1,5. Lorenz folgte als Vierter ebenfalls mit einem Remis. Ziemlich gedrängt stehend gelang es ihm sich zu befreien und in eine sichere Stellung zu kommen - 2:2. Dann aber folgte die einzige Siegpartie des ganzen Tages. Siegfried hatte in seinem geliebten f4 einen starken Angriff am Königsflügel aufgebaut. Und als dann sein Kontrahent drauf und dran war, die Dame zu verlieren, gab dieser auf - 3:2. Um so unverständlicher war dann das nächste Remis. Andreas hatte zunächst einen Bauern mehr erkämpft, aber er übersah im Bestreben, seinen eingesperrten Läufer zu befreien, eine Springergabel. Mit einer Qualle mehr gegen den Bauern bot aber der Wismarer plötzlich Remis, was Andreas natürlich sofort annahm. Zur Ehrenrettung seines Gegners muss allerdings gesagt werden, dass dieser kurz vor dem Verlust eines zweiten Bauern stand. - 3,5:2,5. Dieses Ergebnis stand nach ca. 2 Stunden. Aber an den letzten beiden Brettern wurde dann noch weitere zweieinhalb Stunden gefightet. Henrik an Brett 3 hatte zwischenzeitlich einen Bauern mehr, kam dadurch aber in eine sehr gedrückte Stellung. Es gelang ihm, seinen Läufer aktiv zu stellen und den Mehrbauern zu behalten. Da sah es nach einem Sieg aus. Dann aber übersah er eine Abwicklung und plötzlich gewann der Gegner Henriks Läufer. Warum dieser dann aber die Damen tauschte, bleibt sein Geheimnis. Jedenfalls konnte Henrik in einem Endspiel drei Bauern gegen Läufer und Bauer tatsächlich noch Remis halten. - 4:3. Auch an Brett 1 stand Wismar zunächst freier. Franks Stellung war extrem beengt. Aber es gelang ihm, sich aus den Problemen auf Kosten eines Bauern heraus zu winden und schließlich gewann er sogar noch eine Leichtfigur. Angesichts der drohenden Niederlage akzeptierte sein Gegner schließlich das angebotene Remis, das uns den Mannschaftssieg nach viereinhalb Stunden Kampf sicherte - 4,5:3,5. Damit haben wir gegen einen der möglichen Mitabstiegskandidaten gewonnen und können erstmal beruhigt in den Jahreswechsel gehen, bevor es dann im neuen Jahr mit schweren Gegnern weiter geht.

4. Runde  /  18.01.2026  /   Putlitzer SV - BW Neukloster 3,5:4,5

In Runde 4 mussten wir zum bisherigen Tabellenzweiten aus Putlitz. Beide Teams waren nicht in Bestbesetzung. Während Putlitz auf sein starkes erstes Brett verzichten musste, fehlte bei uns Henrik. Aber wie es aussah, konnten wir diese Situation besser meistern. Arne remisierte als Erster. Er traf, wie eigentlich fast immer, wenn es gegen Putlitz geht, auf den Mannschaftsleiter Christian Blume. In einem Sizilianer variierte er an einer Stelle und bekam dadurch unangenehmen Druck auf die gegnerische Stellung. So war sein Gegner froh über das Remisangebot-0,5:0,5. Es folgte Werner in einem klassischen Abtauschfranzosen. Auch hier war am Ende keiner der beiden mehr in der Lage, zu gewinnen-1:1. Rene an Brett 8 holte den ersten Punkt für uns. Sein junger Kontrahent musste im Endspiel seiner Unerfahrenheit Tribut zollen-2:1. Dann aber glich Putlitz aus. Siegfried, erkrankt in die Partie gegangen, spielte nicht sauber und unterlag-2:2. In schwieriger Stellung einigten sich anschließend Frank und Paul Tennigkeit an Brett 2 auf Remis-2,5:2,5. Schon jetzt waren wir begeistert. Hatten wir doch mit einer klaren Klatsche gerechnet und nun konnten wir sogar mithalten. Doch es sollte noch besser kommen. Sebastian schaffte in einem Turmendspiel ein sicheres Remis an Brett 1-3:3. Dann aber kam Enrico. Er hatte auf Kosten einer Figur gegen zwei Bauern einen starken Angriff am Königsflügel aufgebaut, der schließlch durchschlug-4:3. Wir konnten schon nicht mehr verlieren. Die Krone setzte dem Ganzen Lorenz auf. Ihm gelang es, ein Läuferendspiel mit gleichfarbigen Läufern, aber einem Bauern weniger, tatsächlich noch Remis zu halten-4,5:3,5. Damit haben wir völlig überraschend beim Favoriten in Putlitz zwei Punkte gegen den Abstieg mitgenommen. Das macht Mut für die nächsten schweren Partien.

5. Runde  /  01.02.2026  /   BW Neukloster - Ludwigslust 4,0:4,0

Diesmal hatten wir es mit den kampfstarken Ludwigslustern zu tun. So erwarteten wir lange und harte Partien. Und genauso kam es dann auch. Zumal wir durch Siegfried an Brett 6 gleich kampflos in Führung gingen, da die Gäste dieses Brett frei ließen (offiziell mit Olaf Emmrich besetzt)-1:0. Da war klar, dass es keine schnellen Remis geben würde. Als Erstem wurde Frank an Brett 2 Remis geboten. Er nahm in gleicher Stellung an-1,5:0,5. Dann folgte der erste Erfolg unserer Gäste. In einer ziemlich wilden Stellung gelang es Jürgen Wiemer, Enrico eine Figur zu mausen. Das Rückschlagen hätte Damenverlust bedeutet-1,5:1,5. Als nächstes gab es ein starkes Remis von Sebastian an Brett 1 mit Schwarz gegen seinen 160 DWZ-Punkte stärkeren Gegner-2:2. Danach passierte lange Zeit nichts mehr. An Brett 3 folgte nach fast vier Stunden das nächste Resultat. Arne hatte, mit Schwarz spielend, seinem Kontrahenten schon zweimal Remis geboten, was dieser jedes Mal ablehnte. Aber schließlich lief Andreas Hilpert nach dem 59. und 61. im 66. Zug zum dritten Mal in die gleiche Stellung, so dass Arne sofort Remis beantragte-2,5:2,5. Fast zeitgleich remisierte auch Henrik gegen Horst Krüger, gegen den er letzte Saison noch verloren hatte-3:3. So musste die Entscheidung diesmal an den hinteren Brettern fallen. Lorenz hatte in seinem Endspiel nur noch einen Turm gegen Turm und Bauern. Seinem Gegner gelang es, Lorenz`König abzusperren und den Bauern durchzubringen-3:4. Zum Schluss spielte noch Werner. Er hatte bereits eine Qualle mehr und gewann schließlich, nachdem sein Gegner nach viereinhalb Stunden einen weiteren Läufer stehen ließ-4:4. Erneut haben wir einen Favoriten geärgert. Originalkommentar unserer Gäste: "Wir können gegen euch einfach nicht gewinnen." Nun zumindest heute stimmte das.

6. Runde  /  01.03.2026  /   BW Neukloster - SG Güstrow/Teterow II 3,5:4,5

Wir hatten es schon geahnt. Wer sich die Tabellensituation vor diesem Spieltag ansah, musste annehmen, dass Güstrow gegen uns unbedingt gewinnen musste, um noch die Klasse zu halten. Und tatsächlich hatte Güstrow zwar drei Stammspieler in ihre Erste abgegeben, aber dennoch saß an den ersten fünf Brettern fast das Beste, was sie zu bieten hatten. Lediglich hinten waren wir etwas besser besetzt. Nach ca. einer Stunde wurde Arne an Brett 3 Remis geboten. Sein Gegner hatte einen klassischen Angriff auf h7 aufgebaut. Arne versuchte, diese Idee zu nutzen und ihn damit in eine Falle zu locken, aber das sah sein Gegner. Dieser nahm den daraus folgenden Damentausch an und bot Remis-0,5:0,5. Das nächste Ergebnis war leider eine Niederlage von Frank an 2. Obwohl er die Eröffnung gut kannte, machte er einen unerklärlichen Fehler, verlor eine Figur und konnte das nicht mehr kompensieren-0,5:1,5. Werner an Brett 8 glich für uns aus. Bereits positionell besser stehend, opferte er auf h7 einen Läufer und gewann damit zunächst eine Qualle und später auch die Partie. Er konnte es sich sogar leisten, einen einfach hingestellten Turm erst im zweiten Zug zu nehmen-1,5:1,5. Lorenz an Brett 7 remisierte in einem völlig ausgeglichenen Turmendspiel als Nächster. Dabei hatte er zwischenzeitlich recht gedrückt gestanden, aber es gelang ihm, sich aus dem Druck zu befreien-2:2. Siegfried stand positionell nicht gut. Sein Kontrahent nutzte diesen Aufbau und gewann zwei Bauern in einem Damenendspiel. Aber als es Siegfried gelang, mit seiner Dame aktiv zu werden, kam der Güstrower aus dem Dauerschach nicht mehr raus-2,5:2,5. Auf einmal aber unterlag Enrico. In gleicher Position übersah er einfach eine Springergabel, was ihn die Dame kostete-2,5:3,5. Dann gab es auch an Brett 4 ein Remis. Henrik hatte einen schönen Angriff aufgebaut, ließ aber Luft ran und musste schließlich mit dem Remis einverstanden sein-3:4. Blieb die Partie an Brett 1, wo Sebastian es mit dem Oberliga erfahrenen Dirk Seiler zu tun hatte. Aber obwohl dieser, mit Weiß spielend, etliche "Gemeinheiten" aufbaute, sah Sebastian alle und schließlich einigten sich beide in einem gleichen Schwerfigurenendspiel Remis. Damit haben wir insgesamt 3,5:4,5 verloren. Eine Niederlage, die in der Art ihres Zustandekommens nicht nötig war.

7. Runde  /  22.03.2026  /   SF Schwerin III - BW Neukloster 4,5:3,5

Diesmal erwartete uns die Dritte von den SF Schwerin. Allerdings traten sie nicht in Bestbesetzung an, so dass wir uns durchaus Hoffnungen machen konnten, hier etwas mitzunehmen. Aber es sollte nicht sein. Und das hatte mehrere Gründe...

Als Erster remisierte Enrico gegen seinen 200 DWZ-Punkte besseren Gegner. Ein gutes Resultat - 0,5:0,5. Dann aber folgte die erste Niederlage von Werner in dieser Saison. Er bekam von Anfang an keinen Fuß in die Tür - 0,5:1,5. Arne hatte in einem geschlossenen Sizilianer einen Mehrbauern im Mittelspiel gewonnen. Im Bestreben, einen zweiten Bauern zu kriegen, unterschätzte er das Gegenspiel seines erfahrenen Kontrahenten und nahm an, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern abzuwickeln. Es war schon sein siebtes Remis in dieser Saison, aber hier war definitiv mehr drin gewesen - 1:2. Dann unterlag auch noch Henrik, ebenfalls erstmals in dieser Spielzeit. Eigentlich sah die Stellung trotz einer Qualle weniger recht sicher aus. Aber Henrik ließ aktives Gegenspiel zu und wurde einfach Matt gesetzt - 1:3. Lorenz hatte eine schöne freie Stellung mit Druck aufgebaut, Aber ausgerechnet beim Durchbringen seines Bauern zur Dame übersah er einen Zwischenzug, was ihn in ein Endspiel 2 Türme und 2 Mehrbauern gegen eine Dame brachte, das wegen Dauerschachs nicht zu gewinnen war - 1,5:3,5. Auch Sebastian remisierte an Brett 1 gegen seinen stärker einzuschätzenden Kontrahenten, ein gutes Ergebnis - 2:4. Frank wurde die seltene "Ehre" zu teil, seinem Gegner in einem Turmendspiel mit vier(!) Mehrbauern zu zeigen, dass er auch Matt setzen kann - 3:4. Als letztes spielte Siegfried. Eigentlich war die Stellung schon weg. Aber Siegfried hatte noch einen Springer gegen Turm und zwei Mehrbauern seines Gegenspielers. Und wer Siegfrieds Fähigkeiten mit dem Springer kennt, wunderte sich nicht, dass er diese Partie tatsächlich noch Remis hielt! Dennoch half es uns nicht, wir unterlagen knapp mit 3,5:4,5.

8. Runde  /  12.04.2026  /   BW Neukloster - SF Schwerin II 4,0:4,0

Wenn der Tabellenführer zu einem kommt, eine Mannschaft, die bisher alle Spiele dominiert hatte, dann erwartet man nicht unbedingt einen Punktgewinn. Hinzu kam, dass Arne, gerade in Peking befindlich, schlecht seinen Platz an Brett 3 wahrnehmen konnte. So ging unsere Erste ohne Illusionen in diesen Wettkampf. Wir waren der Underdog, die anderen mussten liefern. Und genau daran scheiterten einige der Schweriner heute. Andreas hatte an Brett 8 einen Ersatzspieler abbekommen und zeigte in einem Endspiel Turm gegen Springer, warum er dreihundert DWZ-Punkte mehr hat-1:0. Werner stand eigentlich recht ordentlich, aber einer verlockenden Falle seines Gegners mit scheinbarem Turmgewinn konnte er nicht widerstehen und verlor dadurch-1:1. Auch Lorenz stand ordentlich, aber die Positionierung seiner Dame auf dem Feld e5 erwies sich als Fehler. Sein Gegner nutzte diese Stellungsschwäche zum Erfolg-1:2. Siegfried fühlte sich in seiner Partie mit unterschiedlichen Rochaden sichtlich wohler als sein 250 Punkte stärkerer Kontrahent. Am Ende nutzte Siegfried dessen Stellungsschwächen gnadenlos aus-2:2. Enrico remisierte in einer nicht schlechteren Stellung-2,5:2,5. Auch Henrik bewies, dass er in Sachen Endspielen etwas drauf hat und zeigte seinem 300 Punkte stärkeren Gegner, wie stark ein Springer gegen einen Läufer operieren kann. Schade, dass Henrik zum Schluss nicht b5 probierte. Sonst wäre es wohl mehr als ein Remis geworden.-3:3. Frank setzte dem ganzen dann die Krone aufEr hatte seine Eröffnung sauber gespielt und stand schon leicht besser, als seinem Gegner (auch über 250 DWZ-Punkte stärker) durch einen scheinbar normalen Entwicklungsszug ein fürchterlicher Blackout passierte. Frank nutzte diesen und sein Kontrahent gab zu Recht auf. Das Spiel Dame gegen Turm wollte er sich dann doch nicht mehr zeigen lassen-4:3. Sebastian unterlief frühzeitig im 11. Zug ein unnötiger Fehler, den sein Gegner sofort zum Partiegewinn nutzte-4:4 

Damit haben wir den Schwerinern völlig überraschend als erste Mannschaft einen Punktverlust zugefügt. Aber dennoch waren wir nach diesem Spieltag noch nicht zu 100% gesichert. Laut Ligaorakel hätte es noch eine 0,1%-ige Chance gegeben, dass wir absteigen. Doch durch Ereignisse in der Oberliga wurde auch diese "Chance" zunichte gemacht, so dass bereits vor dem letzten Spieltag klar war, dass wir die Klasse gehalten hatten.

9. Runde  /  26.04.2026  /   Mecklenburger Springer - BW Neukloster 3,0:5,0

Es war ein Spiel, in dem es für beide Teams eigentlich um nichts mehr ging. Für die Gastgeber war der Abstieg micht mehr zu verhindern, für uns ging es nur noch um die Platzierung irgendwo zwischen 5 und 8. Frank hatte bereits nach 13 Zügen genug gesehen - 0,5:0,5. Nur wenig später die erste Entscheidungspartie. Lorenz hatte ein Opfer auf h3 gespielt. Sein Kontrahent beanwortete es schon falsch, nur um wenig später in ein einzügiges Selbstmatt zu laufen - 1,5:0,5 für uns. Sebastian an Brett 1 ging kurz danach lieber in ein sicheres Remis, anstatt nach einem Turmtausch in ein interessantes Turmendspiel zu investieren - 2:1. Werner hatte in einem Abtauschfranzosen seine Stellung Zug um Zug verstärkt. Sein Angriff schlug durch, einen Zug vor Matt gab sein Gegner auf - 3:1. Rene an 8 spielte eine Variante des Holländisch. Sein Kontrahent bekam die bessere Stellung, vermochte aber nichts daraus machen - 3,5:1,5. Henrik stand bereits klar auf Gewinn. Aber im 31. Zug gab er den klaren Vorteil aus der Hand und musste am Ende mit den Unentschieden zufrieden sein - 4:2. Enrico hatte sich zunächst eine deutlich bessere Stellung erspielt, ließ sich diese aber wieder wegnehmen und verlor schließlich sogar - 4:3. Siegfried hatte im 26. Zug eine Figur gewonnen und baute dann einen starken Angriff auf. Er sah aber nicht die richtige Fortsetzung. Doch seine Kontrahentin antwortete auch nicht optimal und Siegfried hätte nach dem Damentausch in ein sicher gewonnenes Turmendspiel abwickeln können. Tat er aber nicht. Er wollte lieber Spannung in die Partie bringen. So dauerte es noch bis zum 81. Zug, bis seine Gegnerin endlich kein Gegenspiel mehr sah - 5:3. 

Fazit:

Wie kann es sein, dass ein Team, dessen DWZ die schwächsten der ganzen Staffel waren und das daher eigentlich als Absteiger Nummer 1 gehandelt werden musste, am Ende in der oberen Tabellenhälfte auf Platz 5 landete? Dafür gab es mehrere Gründe:

1. Unsere Stammbesetzung hatte keine spielerischen Ausfälle, die meisten konnten ihre DWZ sogar verbessern. Außerdem fehlten in unseren insgesamt 72 Partien nur 6 mal Stammspieler. Bei keiner anderen Mannschaft der Liga gab es einen besseren Wert. Zudem haben wir keinen einzigen Punkt kampflos abgegeben!

2. Wir waren schlecht ausrechenbar. Jeder trug zu den Manschafts-Erfolgen mit bei. Bei jedem Erfolg waren es verschiedene unserer Spieler, die den Gegner überraschten. Besonders erwähnt werden sollten...

Sebastian: seine Remis am Spitzenbrett gegen Putlitz und Lulu

Frank: sein Remis gegen Wismar (aus einer beschissenen Stellung heraus) und sein Sieg gegen SFII

Arne: seine Remis gegen Grevesmühlen und Lulu

Henrik: vor allem seine Remis gegen Wismar, Lulu und SFII

Enrico: die Siege gegen Grevesmühlen und Putlitz sowie das Remis gegen SFII

Siegfried: die Siege gegen Wismar und SFII

Lorenz: der Sieg gegen Grevesmühlen und das (eigentlich gar nicht mehr mögliche) Remis gegen Putlitz

Werner: die Siege gegen Lulu und DM

Und schließlich unsere Ersatzleute. Keiner von ihnen verlor. Sie holten zwei Drittel aller möglichen Punkte!

 

Als letztes möchte ich unsere Nervenstärke erwähnen. Nur das Spiel gegen Parchim ging klar verloren. Alle anderen Wettkämpfe waren immer sehr eng. Jeder von uns konnte mit dieser Situation umgehen, obwohl er wusste, dass sein Ergebnis wichtig für den Gesamterfolg war. Andererseits aber konnte man sich, wenn es nicht so läuft, auch mal zurücklehnen und Remis machen, weil man wusste, dass da noch sieben andere sind, auf die man sich verlassen kann. Genau dass ließ uns eben Mannschaftspunkte holen, wo eigentlich gar keine zu erwarten waren. Weiter so, auf in eine neue Saison.

© Vfl Blau-Weiß Neukloster